Was IST ROLLER DERBY?

Roller Derby ist ein Vollkontaktsport auf Rollschuhen, der 2006 den Weg aus den USA nach Europa gefunden hat. Gespielt wird in Teams von bis zu fünfzehn Spieler*innen. Es gibt keinen Ball: Gepunktet wird durch das Überrunden von Gegner*innen. Rollerderby ist ein schneller Sport, der Ausdauer, Kraft und Körpereinsatz erfordert.

Roller Derby ist hierzulande als Roller Derby Deutschland (RDD) organisiert. Gespielt wird nach den Regeln der 2004 gegründeten Womens Flat Track Derby Association (WFTDA).

Wie wird gespielt?

Ein Spiel wird als Bout bezeichnet und hat zwei dreißigminütige Halbzeiten. Während eines Bouts werden so viele Jams wie möglich gefahren, die maximal zwei Minuten dauern und durch 30-sekündige Pausen voneinander getrennt sind.

Auf dem Track stehen sich die gegnerischen Teams fünf zu fünf gegenüber. Die Teams bestehen aus vier Blocker*innen (“Blockis”) und einer Jammer*in (“Jammi”). Die Jammer*in ist durch einen Stern auf dem Helm gekennzeichnet und die Person, die Punkte erzielen kann. Eine der Blocker*innen, der Pivot, hat einen Streifen auf dem Helm und eine Sonderfunktion - der Pivot kann durch einen sogenannten Star Pass zum Jammi werden.

Die Jammi-Person punktet, in dem sie an den gegnerischen Blocker*innen vorbeiskatet. Pro regelkonform überrundeter Blocki gibt es einen Punkt. Die Blockis versuchen wiederum das Überholen zu verhindern oder der eigenen Jammi durch Offense zu helfen.

Roller Derby Team beim Training mit Schiedsrichterin in Halle

Was passiert während des Jams?

Mit dem Pfiff starten die Jammer*innen. Im Initial Pass versuchen sie, möglichst rasch durch das Pack zu kommen, das heißt, die Gegner*innen regelkonform und innerhalb der Trackgrenzen zu überholen. Der ersten Jammer*in der das gelingt, wird Lead Jammer*in. Sie kann den Jam aus taktischen Erwägungen vor Ablauf der zwei Minuten beenden, indem sie auf ihre Hüften klopft.

Wenn der Jam mit dem Startpfiff beginnt, setzt sich die größte Gruppe von Blockern beider Teams, das Pack, in Bewegung. Das Pack bleibt immer innerhalb von drei Metern zusammen. Einzelne Blocker*innen, die sich weiter als sechs Meter entfernen, gelten als out of play und dürfen nicht länger blocken.

Die tempogebende Pivot trägt einen Streifen auf dem Helm und hat unter den Blockern eine Sonderrolle: Kommt die Jammer*in nicht weiter, kann diese in einem sogenannten Star Pass ihre Helmhaube abgeben und dadurch einmalig mit der Pivot Rollen tauschen.

Rollschuhfahrerinnen im Inlinehockey-Play auf dem Hallenboden, einige in Schutzausrüstung und Helmen, beim Kampf um den Puck. Schiedsrichter überwachen das Spiel.

Was Bedeutet Regelkonform?

Auch wenn es auf dem Track wild hergeht, nicht alle Blocks und Hits sind legal. Bis zu sieben Schiedsrichter (“Refs”) achten auf mögliche Fouls, “Penalties” genannt.

Beeinflusst eine Regelverletzung das Spielgeschehen, muss die entsprechende Spieler*in für 30 Sekunden auf die Strafbank, auch Penalty Box genannt. Wird eine Jammer*in in die Box geschickt, hat das gegnerische Team einen Powerjam und hat die Gelegenheit, im Alleingang zu punkten.

Die Legal Target Zones, also die Stellen an denen legal geblockt werden darf, sind die Brust, die Vorderseite und die Seiten des Oberkörpers, die Arme, Hände, Hüften sowie die Vorderseite und die Seiten der Beine oberhalb des Knies.

Die Legal Blocking Zones, also die Körperteile mit denen geblockt werden darf, sind der Oberkörper, die Schultern, die Arme oberhalb des Ellbogens und die Hüfte bis oberhalb des Knies.

Mit Händen und Unterarmen, unteren Beinen und Kopf darf nicht geblockt werden, außerdem dürfen der Rücken im Bereich der Wirbelsäule, der Kopf und die Beine unterhalb des Oberschenkels nicht mit Impact getroffen werden. Falls doch, wird hierfür von den Refs ein Penalty gepfiffen.

Die Refs achten außerdem darauf, dass der Track richtig verlassen und wieder betreten wird und dass die Spielenden in einem Pack, also in einem bestimmten Abstand zueinander bleiben.

Hier findet ihr eine Übersicht der Regeln.